OBSBOT Meet Flip - Test/Review
Mit der Meet Flip erweitert OBSBOT sein Webcam-Portfolio um ein besonders kompaktes Modell, das sich in erster Linie an Berufstätige im Homeoffice, Content Creator und alle richtet, die Wert auf professionelle Videoqualität legen.
Von Christoph Miklos am 05.08.2026 - 08:47 Uhr

Fakten

Hersteller

OBSBOT

Release

Juli 2026

Produkt

Webcam

Preis

ab 129 Euro

Webseite

Media (10)

Verarbeitung | Technik


Verarbeitung


Unser Testmuster kommt in einem kleinen und farblich bedruckten Karton bei uns in der Redaktion an. Bereits auf den ersten Blick hebt sich die OBSBOT Meet Flip deutlich von klassischen Webcams ab. Verantwortlich dafür ist das namensgebende Klappdesign, bei dem sich die komplette Kameraeinheit nach unten einklappen lässt. Im geschlossenen Zustand verschwindet das Objektiv vollständig im Gehäuse, wodurch die Webcam nicht nur besonders kompakt wird, sondern gleichzeitig als physischer Sichtschutz dient. Wird die Kamera zugeklappt, wechselt sie zudem automatisch in den Standby-Modus – eine elegante Lösung, die ohne separate Objektivabdeckung auskommt. Mit ihren kompakten Abmessungen von lediglich 41,6 × 44,9 × 31,9 Millimetern und einem Gewicht von nur 37,7 Gramm zählt die Meet Flip zu den kleinsten 4K-Webcams auf dem Markt. Das schlichte Design in mattem Schwarz mit silbernem Scharnier wirkt modern und unaufdringlich. Trotz des überwiegend aus Kunststoff gefertigten Gehäuses hinterlässt die Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck. Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts knarzt oder wirkt instabil und auch das Klappgelenk überzeugt mit einem angenehmen Widerstand.
Die Montage erfolgt über eine ausklappbare Monitorhalterung mit gummierten Auflageflächen, welche auf modernen Displays einen sicheren Halt bietet und Kratzer verhindert. Zusätzlich verfügt die Unterseite über ein 1/4-Zoll-Stativgewinde, wodurch sich die Webcam problemlos auf einem Stativ oder Schwenkarm befestigen lässt. Ganz ohne Kritik kommt die Konstruktion jedoch nicht aus. Da sich der USB-C-Anschluss auf der Rückseite befindet, lässt sich die Halterung konstruktionsbedingt nur begrenzt öffnen. An älteren Monitoren oder Modellen mit besonders dicken Displayrahmen kann die Montage dadurch erschwert oder sogar unmöglich werden. Ebenfalls weniger gelungen ist das mitgelieferte USB-C-Kabel (1.5 Meter). Dieses fällt recht steif aus und kann aufgrund des sehr geringen Kameragewichts dazu führen, dass sich die Webcam beim Ausrichten leichter verschiebt als gewünscht.

Technik


Im Inneren der OBSBOT Meet Flip arbeitet ein 1/2-Zoll-CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 48 Megapixeln, der Videos in einer maximalen Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln (4K) bei 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnet. Für flüssigere Bewegungsabläufe stehen zudem Full HD mit bis zu 60 FPS sowie HD-Auflösung mit ebenfalls 60 FPS zur Verfügung. Gerade für Videokonferenzen, Streaming oder Content-Erstellung bietet die Webcam damit genügend Leistungsreserven.
Vor dem Sensor sitzt ein lichtstarkes f/1.8-Objektiv, das auch in weniger gut ausgeleuchteten Räumen noch eine ordentliche Lichtausbeute ermöglicht. Der diagonale Bildwinkel lässt sich je nach Einstellung zwischen 72 und 79,1 Grad anpassen und eignet sich sowohl für klassische Einzelaufnahmen als auch für kleinere Gruppen. Ein 4-facher Digitalzoom steht ebenfalls zur Verfügung, wobei naturgemäß ein gewisser Qualitätsverlust gegenüber einem optischen Zoom in Kauf genommen werden muss. Für eine dauerhaft scharfe Darstellung setzt OBSBOT auf einen Autofokus, der sich bei Bedarf auch manuell über die Software anpassen lässt. Ergänzt wird die Hardware durch die hauseigenen KI-Funktionen wie Auto-Framing, Face-Tracking und Gestensteuerung. Dadurch erkennt die Webcam Personen automatisch, verfolgt deren Bewegungen innerhalb des Bildausschnitts und kann verschiedene Funktionen – etwa das Aktivieren des Trackings oder das Anpassen des Bildausschnitts – per Handgeste ausführen.
Die Audioaufnahme übernehmen zwei integrierte omnidirektionale Mikrofone, die Sprache aus unterschiedlichen Richtungen erfassen. Für alltägliche Videokonferenzen oder Online-Meetings reicht die Klangqualität vollkommen aus, für professionelle Sprachaufnahmen empfiehlt sich jedoch weiterhin ein dediziertes USB- oder XLR-Mikrofon.

Kommentar schreiben

Artikel auf einer Seite anzeigen