Zu lange Entwicklungszeit: Junge Gamer weniger stark an Marken gebunden als früher
Dass Videospiele länger als früher in Entwicklung sind, stellt ein Problem dar. Insbesondere die junge Zielgruppe kettet sich seltener an klassische Marken wie Final Fantasy oder Dragon Quest. Stattdessen finden aufflackernde Trends stärker Beachtung. Für AAA-Spiele ist es schwierig wie nie zuvor, hervorzustechen – dafür strömen jedes Jahr zu viele Games auf den Markt.
Von Christoph Miklos am 24.02.2026 - 01:57 Uhr - Quelle: E-Mail

Fakten

Hersteller

Gamezoom.net

Release

Anfang 2000

Produkt

Gaming-Zubehör

Webseite

Dass Videospiele länger als früher in Entwicklung sind, stellt ein Problem dar. Insbesondere die junge Zielgruppe kettet sich seltener an klassische Marken wie Final Fantasy oder Dragon Quest. Stattdessen finden aufflackernde Trends stärker Beachtung. Für AAA-Spiele ist es schwierig wie nie zuvor, hervorzustechen – dafür strömen jedes Jahr zu viele Games auf den Markt.

Ob Videospiel oder TV-Serie: Gut Ding will Weile haben


Obwohl Spiele-Engines immer leistungsfähiger werden und Filmschaffenden mächtige Tools zur Verfügung stehen, dauert heutzutage alles länger. An modernen AAA-Spielen wird oft ein halbes Jahrzehnt oder länger getüftelt. Früher war die Entwicklung nach zwei oder drei Jahren abgeschlossen. Bei TV-Serien wie Dr. House oder Person of Interest umfasste eine Staffel in der Regel über 20 Folgen, die im Jahrestakt gesendet wurden. Aktuelle Fernsehserien beinhalten meistens weniger als 10 Folgen, und bis die nächste Staffel beginnt, vergehen bisweilen mehrere Jahre.
Warum sich die Wartezeit verlängert, hat vielschichtige Gründe. Heutige Videospiele bieten viel mehr Spielzeit und sind technisch schwieriger umzusetzen. Hunderte Mitarbeiter sind zu koordinieren, die mitunter auf der ganzen Welt verstreut sind. Fernsehserien verharren oft monatelang in der Postproduktion – Spezialeffekte werden verbaut, das Sounddesign optimiert, Untertitel und Synchronisierung für diverse Sprachen vorbereitet.
Auch wenn die Entwicklungsdauer nachvollziehbar zu erklären ist, hat dies katastrophale Folgen. Junge Gamer werden kaum noch emotional an Marken gebunden. Während die ältere Zielgruppe bei Dragon Quest und Grand Theft Auto in nostalgischen Gefühlen versinkt, erinnern sich die nachkommenden Generationen bloß an einige wenige Titel. Wegen der Entwicklungszeit, die sich immer weiter in die Länge zieht.
Jedoch ist der Status quo positiv nutzbar. Neue Marktteilnehmer können den alten Hasen deutlich leichter den Rang ablaufen. Selbst frisch gegründete Top Casinos mit attraktivem Willkommensbonus haben die Chance, in kürzester Zeit hohe Nutzerzahlen zu verzeichnen. Statt sich von etablierten Namen blenden zu lassen, wird nach zeitgemäßen Trends Ausschau gehalten. Wer lukrative Aktionen ins Leben ruft und motivierende Gamification betreibt, behält in der umkämpften Branche die Nase vorn.

Entwicklungsdauer bekannter Spielereihen früher vs. heute


Final Fantasy VI, VII, VIII, IX und X wurden allesamt zwischen 1994 und 2001 veröffentlicht. 2023 hat Square Enix den letzten Hauptteil – Final Fantasy XVI – herausgebracht. Wären die Entwickler so emsig wie in den 1990er Jahren, stünde mittlerweile Final Fantasy XXV in den Regalen. Nach aktueller Zeitrechnung sind wir von Teil 25 noch Jahrzehnte entfernt.
Dass die Entwicklungszeit steigt, ist auch bei Grand Theft Auto zu beobachten. Rockstar Games versorgte Gamer zwischen 2001 und 2008 mit vier Serienteilen: GTA III und GTA IV sowie den beiden Spin-offs GTA: Vice City und San Andreas. 2013 folgte dann GTA V. Stand heute soll im November 2026 nach 13 Jahren endlich ein neues Grand Theft Auto erscheinen.
Am 11. November 2011 entsendete Bethesda Rollenspiel-Fans in The Elder Scrolls V: Skyrim in die Provinz Himmelsrand. Obwohl sich der Titel über 30 Millionen Mal verkauft hat, scheint ein sechster Teil in weiter Ferne. Und dass, obwohl Bethesda bereits bei der E3 2018 einen Teaser gezeigt hatte. Zum Vergleich: Mit The Elder Scrolls: Arena hatte Bethesda die Spielereihe anno 1994 eingeläutet. Gut möglich, dass an The Elder Scrolls VI länger gefeilt wird als an allen fünf Serienteilen zusammen.

Tausende neue Spiele pro Jahr – ein übersättigter Markt


SteamDB versucht alle Games zu erfassen, die jährlich neu auf der Verkaufsplattform angeboten werden. 2025 wurden über 20.000 neue Titel bei Steam eingepflegt. 2023 waren es über 14.000, 2020 weniger als 9.700 Neuveröffentlichungen. Da stellt sich die Frage: Wer soll all diese Titel kaufen, geschweige denn spielen? Kostenlose Free-to-play-Spiele und Indie-Games vereinen zahllose Stunden Spielzeit auf sich. Teure AAA-Spiele haben trotz riesiger Marketing-Budgets Schwierigkeiten, Aufmerksamkeit zu generieren. Und selbst wenn Interesse besteht, mangelt es häufig an der Zeit, sich den neuesten Releases zuzuwenden.

Geschäftsmodelle haben sich verändert


Nicht zu unterschätzen ist, wie stark sich die Geschäftsmodelle verändert haben. Live Service ist allgegenwärtig: Fortnite, Call of Duty und viele andere Games erhalten fortwährend Updates, die zusätzliche Inhalte bereitstellen. Mikrotransaktionen und Battle Passes erzielen Einnahmen, statt sich mit dem Einzelkauf zufriedenzugeben.
Abomodelle wie der Xbox Game Pass wirken sich ebenfalls negativ auf die Verkaufszahlen aus. Regelmäßig werden neue Spiele eingepflegt. Infolgedessen sind manche Gamer dazu übergegangen, seltener oder gar keine Käufe mehr zu tätigen. Stattdessen wird ein Abo abgeschlossen und gespielt, was gerade zur Auswahl steht.

Publisher sind seltener bereit, Risiken einzugehen


Durch die längere Entwicklungszeit entstehen ungleich höhere Kosten. Mitarbeiter müssen jahrelang beschäftigt und bezahlt werden, bevor Umsätze zu verzeichnen sind. Scheitert ein neues Release am Markt, geraten Entwicklerstudios in finanzielle Not. Ein oder zwei mittelmäßige Projekte können zur Schließung führen. Da Fehlschläge mit derartigen Folgen verbunden sind, agieren die Publisher zunehmend vorsichtiger. Statt den Entwicklern kreativ freie Hand zu lassen, wird Streamlining betrieben. Spiele werden zugänglicher gestaltet, Grinding oder ein schwieriger Einstieg vermieden. Videospiele verlieren so an taktischem Tiefgang – während Publisher hoffen, eine breitere Zielgruppe anzusprechen.

Entwickler reagieren stärker auf Trends


Wann immer ein neues Genre entsteht oder eine frische Spielmechanik von sich reden macht, sind Nachahmer nicht weit. Nachdem Vampire Survivors, das an Bullet-Hell-Spiele erinnert, 2022 für Furore gesorgt hatte, folgten Army of Ruin, Brotato und Deep Rock Galactic: Survivor. Als Paradebeispiel ist Minecraft zu nennen: Crafting mit Survival-Elementen ist inzwischen sogar in Spielen zu finden, die dem Genre gar nicht angehören. Dark Souls hat eine Welle von Soulslikes losgetreten: Action-Adventures mit brutal hohem Schwierigkeitsgrad. Dass Trends von anderen Entwicklern so bereitwillig aufgenommen werden, hängt sicher mit der gesunkenen Risikobereitschaft zusammen. Bei beliebten Genres wird dies seitens der Käufer gern akzeptiert, solange das Spielprinzip unverbraucht ist.
Christoph Miklos ist nicht nur der „Papa“ von Game-/Hardwarezoom, sondern seit 1998 Technik- und Spiele-Journalist. In seiner Freizeit liest er DC-Comics (BATMAN!), spielt leidenschaftlich gerne World of Warcraft und schaut gerne Star Trek Serien.

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